Zwei Krisen, viele Turbulenzen
Der Euroraum ist für seine finanzielle Situation gerade nicht zu beneiden. Seit Monaten steckt die Währungsunion in einer tiefen Schuldenkrise und trotz Regierungswechsels in den betroffenen Ländern, wie Italien und Griechenland, zeichnet sich keine Besserung ab. Auch die Börsen leiden unter der Situation, und zwar nicht nur die europäischen, sondern die Börsen weltweit. Asien verzeichnet Rückschläge und auch in den USA sind die Ausläufer der Krise zu spüren. Schon Anfang des Jahres gab UBS Wealth Management CEO, Jürg Zeltner, zu bedenken, dass in diesem Jahr durch Regierungen und Zentralbanken weitreichende Entscheidungen getroffen werden könnten, die in Handels- und Währungskonflikten enden könnten. Mit dieser Annahme sollte Herr Zeltner Recht behalten.
Doch wenn man mal näher hinsieht, ist es tatsächlich nicht alles nur dem Euroraum zu Schulden zu legen, was derzeit in der Finanzwelt alles schief geht. Auch in den USA läuft nicht alles so glatt, wie man es gerne hätte. Dabei geht es hauptsächlich um die immense Staatsverschuldung. Man ist auf der Hut, nachdem es im Sommer schon einmal beinahe zu einer Zahlungsunfähigkeit des Staates gekommen wäre. Egal in welches der beiden Krisengebiete man also guckt, alle Zeiger deuten auf eine deutliche Abkühlung an den Märkten. An der Börse geht es schon jetzt auf und ab. Die Anleger retten sich weiterhin in die sicheren Anlagen Gold, Silber oder Immobilien und verschmähen alles, was das Wort Risiko auf der Stirn trägt. Risikoreduzierung ist derzeit so ziemlich das Einzige, was zählt.
Besonders Aktien und europäische Staatsanleihen sind in den vergangenen Wochen immer weiter abgerutscht. Darunter sind nunmehr nicht nur Anleihen der kritischen Länder Italien, Griechenland und Spanien, sondern auch die bisher als stabil geltender Staaten wie Frankreich, Österreich oder die Niederlande. Besonders hart getroffen hat es jedoch tatsächlich die krisengebeutelten Mittelmeerländer Spanien und Italien, die ihre Anleihen nur noch mit extrem hohen Zinsen verkaufen können. Auch die Bundesanleihe, die als besonders sicher gilt, konnte keinen Gewinn verzeichnen. Ihre Rendite stieg nämlich um acht Basispunkte auf 1,96 Prozent. Im Gegensatz dazu galt die US Anleihe als gefragt, deren Rendite um fünf Basispunkte auf 2,01 Prozent sank.
