Saftige Gebühren beim neuen P-Konto

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Was kostet das P-Konto:

Bei 2 Sparkassen kennt man bereits die Gebühren für das neue P-Konto:

  • Ostsächsische Sparkasse – keine zusätzlichen Gebühren, Kunden im Saxx Basis Tarif (12€) können das P-Konto zu 6€ monatlich führen)
  • Saalesparkasse – 12 Euro

Bernhard Raidt von der  Südwestpresse befragte gestern Ehinger Geldinstitute zum Thema P-Konto. Veröffentlicht ist dieser Artikel auf http://www.swp.de/ehingen/lokales/ehingen/art4295,494972.

Ich fasse mal die befragten Institute zusammen:

Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß

  • Keine extra Gebühren für das P-Konto
  • Es gibt keine EC Karte
  • Wahrscheinlich sind nur Barabhebungen möglich, die in der Geschäftsstelle Pappelau ausgeführt werden müssen.
  • Keine Neueröffnung von P-Konten

Sparkasse Ulm

  • zusätzliche Gebühr für das P-Konto: 10 Euro
  • EC Karte möglich
  • Möglich auch die Neueröffnung eines P-Kontos

Volksbank Ehingen

  • höhere Gebühren für das P-Konto, genauer Betrag wird vom Vorstand noch festgesetzt
  • Neueröffnung soll auch hier möglich sein

Wie  die Geldinstitute die erhöhten Gebühren begründen:

Erhöhtes Haftungsrisiko

Lustig, die Begründung von Jürgen Frech, Leiter des Mahnwesens der Sparkasse Ulm: “Es besteht ein gewisses Haftungsrisiko” … Sollte sich herausstellen dass der Schuldner doch mehr hätte zahlen können, wäre eine Haftung der Banken denkbar.

Das ist natürlich grober Unfug. Über den Basisfreibetrag hinausgehende Freibeträge wie Unterhalt oder Kindergeldleistungen müssen der Bank gegenüber durch eine Bescheinigung einer geeigneten Stelle nachgewiesen werden. Aufgabe der Bank ist lediglich den bescheinigten Betrag pfändungsfrei zu setzen. Eine Überprüfungspflicht besteht für Banken nicht und von daher auch kein Haftungsrisiko. Naja, Hauptsache ein Argument für die 10 Euro zusätzliche Gebühr, die die Sparkasse Ulm monatlich für das P-Konto abkassieren möchte und sei es noch so an den Haaren herbeigezogen.

Erhöhter Verwaltungsaufwand

Auch dieses Argument erweist sich als wenig stichhaltig. Solange keine Pfändungen auf dem Konto eingehen, bereitet das P-Konto exakt den gleichen Aufwand wie ein reguläres Guthabenkonto. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Bei Eingang einer Pfändung muß die Bank lediglich den bereits zuvor pfändungsfrei betstätigten Betrag berücksichtigen. Dieser bleibt dem Schuldner zur freien Verfügung, der Rest ist an den Gläubiger auszubezahlen. Einfacher geht es eigentlich nicht mehr. Mit Sicherheit bedeutet dies für die Kreditinstitute weniger Aufwand als bei der bisherigen Regelung, wo das Konto zuerst gesperrt ist und das zuständige Vollstreckungsgericht auf Antrag des Schuldners einen individuellen Betrag freigibt, welches von den Kreditinstituten dann manuell bearbeitet werden muss. Zudem entsteht dadurch ein erhöhter Überwachungsaufwand, der mit dem neuen P-Konto weitestgehend automatisiert ablaufen kann.

Ganz abgesehn davon wären Gebühren für die Überwachung von Kontopfändungen prinzipiell unzulässig, wie der BGH bereits vor 11 Jahren urteilte.

Für mich bleibt jedenfalls spannend, ob die Gerichte dies horrenden P-Konto Gebühren mitgehen oder einen Riegel vorschieben werden.

Weitere abenteuerliche Aussagen:

“Wir machen das (Wandlung in ein P-Konto, Anm. P-Konto Blog) nur für Kunden, die schon längerbei uns sind” (Edwin Bayer, Problemkreditbearbeitung Raiffeisenbank Ehingen-Hochsäß.

Aha, das Gesetz ist Ihnen aber bekannt, Herr Bayer? Egal wie lange jemand bereits Kunde bei der Bank ist ob 50 Jahre oder 1 Tag. Auf Antrag des Kunden MUSS die Bank ein bestehendes Konto in ein P-Konto umwandeln. Hier besteht keinerlei Ermessensspielraum der Kreditinstitute.

Leider besteht kein Anspruch auf die Neueinrichtung eines P-Kontos. Jedoch gelten auch hier die Maßgaben der freiwilligen ZKA Empfehlung zum Girokonto für Jedermann. Auch für die RaiBa Ehingen.

Zitat der Woche:

“Damit bleiben wir an der unteren Grenze!”

(Manfred Oster, Vorsitzender der Sparkasse Ulm zur Erhöhung der Kontoführungsgebühr für das P-Konto um 10 Euro/Monat)

Alle Zitate der Ehinger/Ulmer Banker sind dem Artikel “Schutz vor Pfändung” von Berngard Raidt, 25.10.2010 entnommen. Quelle: http://www.swp.de/ehingen/lokales/ehingen/art4295,494972

10 Responses to Saftige Gebühren beim neuen P-Konto

  1. Karl Martell sagt:

    Na und?
    Dann hebt man sich halt das Geld innerhalb von 7 Tagen ab – und die Bank hat keine Zinsen mehr und praktisch nur noch die Kosten

  2. Florian sagt:

    Es gibt soviele gute und absolut kostenlose Konten. Da würde ich mir das 3mal überlegen welches Konto ich nehme.

  3. Manche Banken wissen wenigstens dass es ein P-Konto geben wird. Die Sparkasse Allgaeu hat heute noch gar keine Kenntnis, dass es sowas gibt. Unter 083120510 (Hauptzentrale) meint man es gaebe keinen Handlungsgrund, weil ja grad keine Pfaendung auf meine Konto vorliegt. Email wird (mit Tan ueber Onlinebanking versandt) gar nicht erst beantwortet…

  4. admin sagt:

    @Karl
    Das wäre natürlich eine Möglichkeit ;-) Schöner wäre natürlich wenn die nicht notwendig wäre und die Banken in ihrer Gebührenpolitik blieben.

  5. admin sagt:

    @Florian
    Das ist richtig. Nur bekommen die meisten mit schlechter Bonität diese guten kostenlosen Konten nicht.

  6. admin sagt:

    @Alexander
    Das ist in der Tat sehr traurig von der Sparkasse Allgäu.
    Wenn es gar nicht anders geht, würde ich das P-Konto am 1. Juli einfach schriftlich beantragen. Dann müssen sie innerhalb von höchstens 4 Banktagen das Konto in ein P-Konto wandeln. Sollte die Sparkasse dies dann dennoch nicht tun, sofort Beschwerde beim zuständigen Ombudsmann.

  7. Michi sagt:

    nix schriftlich lieber Admin! Für die Umwandlung muss man persönlich erscheinen – und das ist auch gut so!

  8. admin sagt:

    @Michi
    Richtig Michi. Klar muß man persönlich erscheinen. Nur wie willst Du persönlich Dein Konto in der Filliale umwandeln, wenn dort angeblich keiner etwas von der Existenz eines P-Konto weiß?
    Wenn Du einen besseren Vorschlag hast, ist er hier natürlich herzlich willkommen ;-)

  9. beate sagt:

    Sorry ich bin kürzlich über diesen Artikel gestoblpert:http://www.geldanlagetagesgeld.de/2010/03/31/die-deutschen-und-das-geld/ an den musste ich spontan denken, als ich das hier gelesen hab. viele grüße

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